Sing doch, was Du willst! Dein Weg zum passenden Chor / Teil 2

Als ich mir „meinen“ Chor gesucht habe, bin ich so vorgegangen, wie ich es schon im ersten Beitrag zu dem Thema beschrieben habe: Ich habe im Internet geschaut, welche Chöre es in meiner Nähe gibt. Ich wollte nicht so weit fahren müssen. Ich hatte über Auftritte des einen oder anderen Chors in der Zeitung gelesen. Ich hatte verschiedene Chöre bei Auftritten erlebt. Jeder hatte ein individuelles Auftreten, ein bestimmtes Repertoire, eine unterschiedliche Anzahl von Sängerinnen und Sängern, eine andere Chorleitung. Da formt sich ein Bild. Da entstehen Gefühle von Sympathie und ein Gefühl von: „Das könnte für mich passen“.

An dieser Stelle drösele ich das Thema jedoch etwas strukturierter auf.

Zunächst stehen unterschiedliche Arten von Chören zur Wahl: Kirchenchöre vertreten bestimmte Werte und vertonen bevorzugt christliches Liedgut. Unabhängige Chöre sind da etwas freier. Ihr Repertoire kann zahlreichen Stilrichtungen folgen – heimatverbunden traditionell, Jazz, Pop, A Capella oder auch klassisch orientiert. Manche singen mit eigenen Texten, andere mit instrumenteller Begleitung. Viele Chöre präsentieren einen bunten Stil-Mix.

Auch die Anzahl der Sängerinnen und Sänger spielt eine Rolle. Wie oft sind die einzelnen Stimmen besetzt? Ist chorisches Singen möglich oder handelt es sich mehr um ein Vokal-Ensemble, bei dem jede Stimme explizit zu hören ist. Damit eng verbunden sind die Anforderungen an die Besetzung. Niveau, künstlerischer Anspruch und Leistungsanforderung können von Chor zu Chor sehr unterschiedlich sein. Notenkenntnisse, Singen vom Blatt, Chor- und Gesangserfahrung, Wahrnehmung von Chorklang und Intonation – das sind Fähigkeiten die bei ambitionierten Chören von Vorteil sind oder gar gefordert werden. Ich will diesen Chören nicht den Spaßfaktor absprechen. Wer weniger Rüstzeug im Gepäck hat, aber dafür jede Menge Spaß am Singen mitbringt, sowie die Bereitschaft zu lernen, wird ebenso sicher den passenden Chor finden.

Wenn Du Deine Stimmlage noch nicht kennst – kein Problem. Als ich zu meiner ersten Chorprobe kam, wurde ich zunächst sehr freundlich aufgenommen. Ich bekam sozusagen eine „Patin“ zugeteilt. „Christine, kümmere Du Dich mal…“ war die Ansage unserer Chorleiterin. Und weiter: „Du singst erst mal im Sopran. Wenn das nicht klappt, kannst Du in eine andere Stimmgruppe wechseln.“ Ich bin immer noch im Sopran. Und natürlich hatte ich vorher gefragt, ob ich Vorsingen müsse. Nein, musste ich nicht. Das kann bei einem anderen Chor jedoch anders gehandhabt werden. Also besser nachfragen. Die Sängerinnen und Sänger sind in Stimmgruppen aufgeteilt: Sopran, Mezzo, Alt, Tenor, Bass. Entscheidend ist, sich in der eigenen Stimmlage wohlzufühlen. Übrigens: Es gibt auch Chöre, die nur gleichstimmig singen.

Und was ist mit Auftritten? Ich finde, die sind das Sahnehäubchen. Sie motivieren, fleißig zu üben. Wer lernt, möchte das Erlernte präsentieren – oder? Auftritte schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Ein erfolgreicher Auftritt gibt dem Chor Selbstbewusstsein. Der Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer ist eine wunderbare Form der Anerkennung. Im Vorfeld der Konzertauftritte verabreden sich in unserem Chor die Stimmgruppen zu privaten Übungstreffen. Das schafft Zusammenhalt. Und ich habe manch Neues über meine Mitsängerinnen erfahren, obwohl ich nun schon ein paar Jahre dabei bin. (Noch ein) Übrigens: Es soll auch Chöre geben, die nur zur eigenen Freude singen und nicht auftreten möchten. Auch das ist völlig legitim.

So – ich hoffe, diese Tipps helfen Dir, Deine musikalische Heimat zu finden.

Wenn Du den Chor Grenzenlos sympathisch findest, kontaktierst Du am besten zuerst unsere Chorleiterin Lola Skwarczynski. Sie hat den Überblick, in welcher Stimmgruppe noch freie Plätze sind. Bei den Männern gibt es eine „Wild-Card“.

(Text: Carola Ritterhoff)